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CS2 Inspects: Inspect-Links, Float und Muster verstehen

Wie ein CS2-Inspect-Link aufgebaut ist, wie du ihn im Spiel und im Steam-Markt bekommst, welche Item-Daten er offenlegt und welche Risiken bei fremden Links tatsächlich bestehen

Spiele 13 Min. Lesezeit von Jonas Reinhardt

Leere runde Drehbühne auf einer Werkbank unter einer beleuchteten Lupenleuchte, noch ohne Objekt.

Das Wichtigste in Kürze

  • „Inspect“ heißt in Counter-Strike 2 zweierlei: die Waffenansicht im Match auf Tastendruck und die Item-Ansicht, mit der ein bestimmtes Exemplar im Spiel gezeigt wird.
  • Ein Inspect-Link ist eine steam://-Adresse, die den Steam-Client anweist, CS2 zu starten und genau dieses Exemplar zu laden. Er ist keine Website und kein Dienst eines Drittanbieters.
  • Die Parameter im Link heißen s oder m, dazu immer a und d: s steht für ein Inventar-Exemplar, m für ein Angebot im Markt, a ist die Asset-ID.
  • Seit März 2026 tragen CS2-Inspect-Links die Angaben zum Gegenstand selbst kodiert im Link.
  • Der Link an sich ist harmlos. Gefährlich wird das Umfeld: nachgebaute Seiten, die den Link als Köder benutzen und danach eine Steam-Anmeldung verlangen.

Zwei Dinge heißen Inspect

Wer nach „CS2 Inspects“ sucht, meint meistens das eine und landet beim anderen. Im Spiel gibt es zwei getrennte Funktionen, die denselben Namen tragen.

Die erste ist die Waffenansicht im laufenden Match. Der Client blendet dazu den Hinweis ein, man solle die entsprechende Taste gedrückt halten, um die Waffe anzusehen — die Aktion heißt intern +lookatweapon und funktioniert auch für Messer und Werkzeuge. Das ist eine reine Animation ohne Wirkung auf das Spiel.

Die zweite ist die Item-Ansicht. Aus dem Inventar oder aus einem Marktangebot heraus gibt es den Befehl „Inspect in Game…“, der ein bestimmtes Exemplar im Spiel öffnet, damit man es aus allen Winkeln betrachten kann. Dass Valve dieser Ansicht sogar eine eigene Einstellung spendiert hat — die Hintergrundkulisse beim Betrachten von Inventargegenständen lässt sich wählen —, zeigt, wie ernst die Funktion gemeint ist. Und genau diese zweite Funktion steckt hinter dem, was die Szene Inspect-Link nennt.

Wie ein Inspect-Link aufgebaut ist

Ein Inspect-Link sieht auf den ersten Blick abschreckend aus, folgt aber einem einfachen Muster. Er beginnt mit steam://rungame/730/, enthält danach eine feste Kennung und schließlich den Befehl +csgo_econ_action_preview mit einer langen Zeichenkette. Die 730 ist die Steam-Nummer von Counter-Strike 2.

In dieser Zeichenkette stecken die eigentlichen Angaben. Vier Parameter sind dokumentiert:

Parameter in einem CS2-Inspect-Link
Parameter Wann er vorkommt Bedeutung
s bei einem Gegenstand aus einem Inventar die Steam-Kennung des Besitzers
m bei einem Gegenstand aus einem Marktangebot die Kennung des Angebots
a immer die Asset-ID, also das konkrete Exemplar
d immer die Prüfkennung, mit der der Aufruf gültig wird

Ein Link trägt entweder S… oder M…, nie beides. Daran erkennst du auf einen Blick, woher das gezeigte Exemplar stammt: aus dem Inventar eines bestimmten Kontos oder aus einem laufenden Angebot.

Wichtig ist, was in diesem Aufbau nicht vorkommt: keine Anmeldedaten, kein Sitzungsschlüssel, keine Berechtigung. Der Link identifiziert einen Gegenstand, mehr nicht.

Wie du selbst an einen Link kommst

Für eigene Gegenstände geht es über das Inventar. Im Kontextmenü eines Gegenstands liegt der Eintrag „Inspect“ beziehungsweise „Inspect in Game…“; dieselbe Aktion erzeugt auch den teilbaren Link. Für Behälter gibt es eine verwandte Funktion, mit der sich der Inhalt einer Sammlung ansehen lässt, ohne sie zu öffnen — im Client als „Inspect Collection“ geführt.

Für fremde Gegenstände ist die übliche Quelle der Steam-Markt: Jedes einzelne Angebot listet dort ein konkretes Exemplar, und zu jedem Exemplar gibt es einen Link mit M-Parameter. Deshalb tauchen in Foren fast immer Markt-Links auf und nur selten Inventar-Links.

Ein praktischer Hinweis für den Alltag: Ein Inspect-Link startet das Spiel. Wenn CS2 nicht läuft, wird es geladen, und das dauert. Wer schnell mehrere Exemplare vergleichen will, ist mit einer Abfrage der Item-Daten besser bedient als mit zehn Spielstarts.

Was beim Inspizieren sichtbar wird

Die Ansicht im Spiel zeigt das Modell — mehr nicht. Die interessanten Angaben stehen in den Daten dahinter, und die lassen sich aus demselben Link abfragen. Dokumentiert sind unter anderem diese Felder:

  • Abnutzung als Zahlenwert und als Stufenname, also etwa Factory New oder Minimal Wear, dazu die für diesen Finish kleinste und größte mögliche Abnutzung.
  • paintseed, der Startwert des Zufallsgenerators, der die Lage des Musters auf der Waffe festlegt.
  • Qualität und Seltenheit mit ihren Namen, etwa Souvenir oder StatTrak auf der einen, Mil-Spec bis Covert auf der anderen Seite.
  • Zählerstand bei StatTrak-Gegenständen und ein eigener Name, falls ein Namensschild verwendet wurde.
  • Aufkleber samt Angaben zu ihrer Platzierung.
  • Herkunft des Gegenstands, etwa aus einem Trade-Up oder als regulärer Drop.

Was dieser Datensatz bedeutet und warum zwei Exemplare derselben Stufe unterschiedlich aussehen, haben wir unter Float, Verschleiß und Muster ausführlich auseinandergenommen.

Warum ein Screenshot nichts beweist

Das ist der eigentliche Grund, warum Inspect-Links überhaupt herumgereicht werden. Ein Bildschirmfoto zeigt, was jemand zeigen will: Es lässt sich zuschneiden, aufhellen, nachbearbeiten oder schlicht von einem anderen Exemplar übernehmen. Ein Inspect-Link dagegen verweist auf einen Gegenstand, der auf Valves Seite existiert, und liefert dieselben Angaben, egal wer ihn öffnet.

Für die Praxis heißt das: Wenn jemand über ein bestimmtes Exemplar spricht — über die Lage eines Musters, über eine Aufkleberkombination, über einen Zählerstand — und keinen Link dazu liefert, ist die Aussage nicht überprüfbar. Das ist kein Vorwurf, sondern eine schlichte Eigenschaft des Formats.

Umgekehrt gilt die Einschränkung genauso streng: Der Link beweist nur, dass es dieses Exemplar gibt und wie es beschaffen ist. Er beweist nicht, wem es gehört, und schon gar nicht, dass die Person, die ihn schickt, darüber verfügen kann.

Was sich im März 2026 geändert hat

Lange funktionierten Inspect-Links nach dem Prinzip eines Verweises: Der Link nannte das Exemplar, die eigentlichen Angaben lagen bei Valve und mussten von dort geholt werden. Seit März 2026 ist das anders — CS2-Inspect-Links kodieren die Angaben zum Gegenstand inzwischen selbst im Link.

Stand: 30. September 2026. Die Umstellung ist über die Dokumentation eines quelloffenen Werkzeugs belegt; Valve hat sie nicht gesondert kommentiert. Details können sich mit künftigen Updates ändern.

Spürbar ist die Änderung vor allem für Werkzeuge, die solche Links auswerten: Sie müssen den Link nicht mehr gegen Valve auflösen. Für dich als Leser hat das eine unmittelbare Folge — ein Inspect-Link ist heute noch weniger ein Zugriff auf irgendein Konto, als er es ohnehin schon war. Er ist eher ein Datenpaket mit Startbefehl.

Risiken: worauf du bei fremden Links achtest

Die häufigste Frage zu Inspect-Links lautet, ob man sie gefahrlos anklicken kann. Die ehrliche Antwort: Der Link selbst tut nichts weiter, als Steam mit einem Startbefehl anzusprechen. Das Risiko liegt nicht im Link, sondern in dem, was ihn umgibt.

Das typische Muster ist Phishing, und das BSI beschreibt es für den allgemeinen Fall genau so, wie es im Spielumfeld abläuft. Gefälschte Seiten imitieren das Erscheinungsbild einer bekannten Marke „inklusive Logo, Farbgebung und Schriftarten“ so überzeugend, dass Echtheit vorgetäuscht wird. Der Link zur gefälschten Seite verbirgt sich „oftmals hinter einem perfekt designten Button“, und um das Ziel zu verschleiern, kommen URL-Verkürzer zum Einsatz, „durch die das Linkziel nicht sofort ersichtlich ist“.

Daraus ergeben sich vier Regeln, die im CS2-Umfeld genügen:

  • Prüfe, ob wirklich ein Inspect-Link vorliegt. Ein echter beginnt mit steam://rungame/730/. Was mit http anfängt und dich auf eine Seite führt, ist etwas anderes — möglicherweise harmlos, aber eben keine Item-Ansicht.
  • Gib nirgendwo außerhalb von Steam Steam-Zugangsdaten ein. Kein Katalog, kein Ansichtswerkzeug und keine Vergleichsseite braucht dein Passwort, um einen Gegenstand zu zeigen. Die Item-Daten hängen am Gegenstand, nicht an deinem Konto.
  • Misstraue der Dringlichkeit. Das BSI rät ausdrücklich, sich nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen und den Dienst im Zweifel auf anderem Weg zu erreichen. Im Spielumfeld ist die künstliche Eile — ein ablaufendes Angebot, eine angebliche Kontosperre — praktisch immer das Warnzeichen.
  • Schau auf die Adresse, nicht auf das Aussehen. Eine nachgebaute Seite kann exakt so aussehen wie das Original. Was sie nicht kopieren kann, ist die Domain.

Wer regelmäßig Skins nachschlägt, sollte dieselbe Vorsicht auf Katalogseiten anwenden — wie man dort echte von nachgebauten Angeboten unterscheidet, steht unter CS2 Stash. Und wenn eine Inspect-Funktion nach einem Spielupdate plötzlich anders reagiert, lohnt vor der Fehlersuche ein Blick in die Release Notes, die wir unter CS2 Update einordnen.

Häufige Fragen

Was ist ein Inspect-Link in CS2?

Eine Adresse, die mit steam://rungame/730/ beginnt und den Steam-Client anweist, Counter-Strike 2 zu starten und ein bestimmtes Exemplar eines Gegenstands anzuzeigen. Der Befehl darin heißt +csgo_econ_action_preview.

Was bedeuten die Buchstaben S, M, A und D im Link?

S steht für ein Exemplar aus einem Inventar und enthält die Steam-Kennung des Besitzers, M für ein Exemplar aus einem Marktangebot und enthält dessen Kennung. A ist die Asset-ID des konkreten Gegenstands, D die Prüfkennung. Ein Link trägt entweder S oder M, nie beides.

Ist es gefährlich, einen fremden Inspect-Link zu öffnen?

Der Link selbst enthält keine Anmeldedaten und keine Berechtigung, sondern nur die Kennung eines Gegenstands und einen Startbefehl für Steam. Gefährlich ist das Umfeld: nachgebaute Seiten, die einen solchen Link als Köder verwenden und anschließend eine Steam-Anmeldung verlangen. Zugangsdaten gehören ausschließlich auf Steam selbst.

Wie erstelle ich einen Inspect-Link für einen eigenen Skin?

Über das Inventar: Im Kontextmenü eines Gegenstands liegt der Eintrag „Inspect“ beziehungsweise „Inspect in Game…“. Dieselbe Funktion liefert den teilbaren Link. Für Gegenstände aus Marktangeboten gibt es den Link direkt beim jeweiligen Angebot.

Was sieht man über einen Inspect-Link, was ein Screenshot nicht zeigt?

Die Item-Daten selbst: den Abnutzungswert samt Stufenname, den Seed für die Musterlage, Qualität und Seltenheit, bei StatTrak den Zählerstand, einen vergebenen eigenen Namen, die aufgebrachten Aufkleber mit ihrer Platzierung sowie die Herkunft des Gegenstands. Ein Bildschirmfoto lässt sich bearbeiten, diese Abfrage nicht.

Beweist ein Inspect-Link, wem der Gegenstand gehört?

Nein. Er belegt, dass dieses Exemplar existiert und wie es beschaffen ist. Bei einem Link mit S-Parameter ist zwar ein Inventar benannt, das sagt aber nichts darüber aus, wer den Link verschickt hat.

Veröffentlicht am 30. September 2026 · Zuletzt aktualisiert am 30. September 2026